Und wieder ist es März geworden. Mein zwölfter in meinem Leben.

Langsam wird es am Morgen heller und das Vogelgeplapper lässt mich aufwachen.
Ich frage mich immer, was sie sich erzählen mögen?
Der Titus hat schon oft gefragt, aber nie eine Antwort bekommen.
Das mag daran liegen, dass er ab und an eine Feder im Maul hat.
In Vogelaugen scheint das nicht allzu vertrauenswürdig.
Kaum klärt sich die Wetterlage, ist unsere Kampfkatze Nikki verschwunden.
In diesem Zuge frage ich mich, was aus dem kleinen Matthes geworden ist, der 2011 am Loch Fünf des Golfplatzes für immer verschwand.
Loch fünf liegt nun verwaist in der Frühlingssonne und kein kleiner Kater hockt auf diversen Bällen der Golfspieler.
Nur der Name „Matthes“ ist in Form eines Enkelkindes geblieben und natürlich unsere Erinnerungen an ihn.
Im Moment herrscht Ruhe, wenn nicht ab und an einer seine gute Stube vergisst.
Katzenkettenreaktionen reihen sich aneinander.
Der Titus kann den Floh nicht leiden und jagt ihn davon.
Der Floh jagt die Nikki. Sie sollte ihm mal eins an die Schnute kloppen.
Der Paul scheucht den Milla.
Seit dem die Tierärztin widererwarten zwei Gebamsel gefunden und entfernt hat, werden Paul und der Milla gute Kumpels.
Ich denke immer, muss das sein?
Immer diese Unruhe.
Lauschen wir dem Treiben der Frühlingsblumen und halten wir inne.
Auf eine schöne Zeit.


Ich wohne in Grönland auf einem alten Ommasofa und setze nicht eine Sekunde lang, meine Pfoten vor die Türe.
Seit ein paar Tagen ist es bitterkalt und der See ist oberflächlich zugefroren.
Die Enten und Schwäne sitzen Popo an Popo auf dem Wasser.
Ich bin entsetzt, wenn ich mir vorstelle, dass mein Hinterteil inklusive Pfoten in dem eisekalten Wasser verweilen muss.
Da bekommt beim Nachdenken sogar mein Sofa einen Eisüberzug.
Der Findus kommt ab und an auf mein Traumfloß und wir warten gemeinsam auf wärmere Tage.
Nicht, dass mein Fell nicht für diese Temperaturen geeignet wäre.
Nein, ich mag es nicht, wenn ich durch Schnee oder Eis tapsen muss.
Der Finni geht kaum hinaus. Er hat sicher Angst, dass ihn einer mit der Art von Kegelrobben verwechselt und ihn dann am Ufer von unserem Grönländer See aussetzt.
Ja ich bin ein Prinzessinnen Weichei und nicht für Grönländische Temperaturen geeignet.
Der Fritz dreht seine Runden im Turbogang.
Der Titus geht seine gewohnten Gänge und verpennt den ganzen Tag.
Unsere Nikki, die alte Klopperkatz liegt den ganzen Tag im Baum, schaut hinaus, springt vor die dünne Küchenfensterscheibe und wartet auch auf den Sommer.
Die Langeweile ist ihr förmlich ins Gesicht geschrieben.
Ab und an verkloppt sie Finni oder Fritz und ich erahne ein zufriedenes Lächeln auf ihrem Gesicht, dass sie sich wenigstens etwas körperlich betätigt hat.
Wer schläft sündigt nicht. Das ist meine Devise.
Bauernkatzen verkriechen sich im Schuppen, nur die Milla wartet am Morgen geduldig an der Hintertür.
Sie ist schlau. Sie stiert durch die Glastüre. Dass sie nicht noch ein Schild empor hält, das fehte auch noch.
Sie bekommt die Türe geöffnet und bleibt zwischen Tür und Angel sitzen.
Der Arsch gewärmt und die Nase eingefroren.
Einer der uns nicht kennt, würde bemerken, dass wir Bauernkatzenquäler sind.
Sie sitzen vor der Tür und wollen nicht in die gute Stube und ich will nicht hinaus.
Eines haben wir gemeinsam.
Wir warten auf den Frühling.










Es ist eine turbulente und unruhige Zeit.
Ich als Katze frage mich oft, zu was bin ich bestimmt.
Meiner einer ist dazu bestimmt Euch zu berichten.
Ich bin eine Trost- und Mutmachkatze, das ist meine Aufgabe.
Schau mir in meine Augen und schau mir in ins Herz und Du weißt, wovon ich rede.
Die Menschen will und kann ich nicht verstehen.
Einzig meinen bin ich verbunden.
Ich kann ihnen nicht helfen, aber eine Pfote in der Menschenhand sagt mehr als tausend Worte je sagen können.
Wenn meine Freundin weinend auf der Treppe sitzt, reiche ich ihr mein Taschenlaken, richte ihre Krone und maunze sie an.
Meist hilft das.
Katzen sammeln keine Sorgen, Menschen hingegen schon.
Bei uns verstecken sich die Sorgen im Schuppen und im Motorraum.
Was ist das für eine Welt?
Es fehlt nicht mehr viel und er kippt von seiner Welt.
Des Menschenwelt ist eine Scheibe.
Er stößt sich gegenseitig vom Rand.
Mordet, lügt, vergiftet, prügelt, vergewaltigt...
Es ist ihm egal.
Der Mensch leidet unter Nicht lernfähiger Demenz.
Er vergisst und ignoriert.
Ich bin nur eine Katze, die in einem Garten beobachtet... ?

Elendiges Bauernkatzenunglück
Es mag sein, dass es sechs Jahre her ist.
Er saß auf der Bank am Eingang und guckte hungrig die Haustür an.
Einen Reißzahn schief im Maul. Er war geprägt von hässlichen Lebensspuren auf seinem Fell.
Er wirkte räudig und krank und hungrig.
-Gib dem armen Kerl etwas zu fressen.
Danach kam er regelmäßig und bekam ein Häppchen.
Wir nannten ihn Obi Wan, warum auch immer.
Lange Zeit kam er zu Besuch. Als wir 2011 aus dem Urlaub kamen, war er verschwunden und war nie wieder gesehen.
Wir hatten, solange wir hier auf dem Dorf wohnen immer Katzen.
Meist aus der Praxis unserer Tierärztin adoptiert.
Meist waren es sechs an der Zahl. Alle wurden kastriert, wenn sie alt genug waren. Alle waren freilaufend.
Der Matthes zog 2008 bei uns ein und ihn zog es immer zum Golfplatz, wo wir ihn jeden Tag abholten.
(Das ist eine andere Geschichte)
Wir begegneten einer zutraulichen schwarzen Katze, die mit ihren fünf Babys im Gebüsch und auf der Mauer hockte.
Immer, wenn wir unsere Golfrunde drehten, nahmen wir Futter mit für sie.
Dann im Winter waren sie alle verschwunden und wir ahnten, dass niemand überlebt hatte.
Das darauffolgende Jahr saß die Katze wieder am gleichen Ort und das Spiel ging wieder von Vorn los.
Die Kleinen waren scheu, nur die Mutter ließ sich ein Streicheln gefallen.
Sechs Babies hatte sie.
Nach einer Weile stand sie mit übriggebliebenen zwei vor unserer Tür.
Sie waren schreckhaft und scheu und versteckten sich immer Im Motorraum vom Auto.
Wir hupten immer und guckten, ob die Welpen unterm Auto waren, aber einmal geschah die Katastrophe und eins fiel tot aus dem Auto.
Schockiert und ängstlich waren wir nun selbst.
Mittlerweile hatten wir das Miezlie kastriert, weil wir Angst hatten, sie käme mit weiteren.
Der kleine Welpe wurde größer, verschwand und kam im Herbst mit zwei Welpen an.
ES war also auch eine Katze.
Eines der zwei Babies überlebte nicht. Es versteckte sich ebenfalls im Motorraum.
Es war grauenvoll.
Fiebie, die Mutter und Babie zogen bei uns in den Schuppen und überwinterten dort.
Sie sind alle wild geblieben und ließen sich kaum anpacken.
Wir haben sie beide kastrieren lassen.
Letztes Jahr saß eine kleine kränkliche Katze vor der Tür und miaute kläglich.
Natürlich bekam sie etwas zu fressen, in der Hoffnung, sie schnappen zu können.
Sie war so scheu, dass sie sich nie und nimmer einfangen lassen wollte.
Sie brachte ihre Babies mit, mit denen sie aber unverrichteter Dinge abzog und wieder nach Hause ging und auch nicht wieder auftauchte. Ab und an sehe ich sie auf dem Hof sitzen.
Letztes Jahr kamen dann Floh und Stromi, zwei Jungs, die wir kastriert haben.
Stromi ist letztes Jahr überfahren worden.
Wir waren froh, dass es keine Katzen waren, die noch mehr Kinder bei uns einquartierten.
Im Herbst letzten Jahres kam ein kleiner Kerl und legte sich in den Schuppen, wo er überwinterte.
Paul, scheu und wild. Keine Chance ihm zu nah zu kommen.
Im Frühling kam noch eine schwarze Katze, die wir einfangen konnten, bevor ihr Bauch immer dicker wurde.
Sie hätte fünf Babies bekommen.
Wir waren untröstlich, aber nach dem ganzen erlebten Elend war es nötig.
Nach ein paar Tagen standen zwei fast identische kleine schwarze Katzen vor der Türe.
Die eine kastriert und die andere nicht.
Irgendwann sahen wir sie auf dem Bauernhof gegenüber mit drei Babies herumtoben.
Seit vorgestern brachte sie zwei Babies mit zu uns, wo sie sich im Schuppen aufhalten.
Da kann jeder für sich zählen, wie viele Katzen sich zu uns rüber gemacht haben.
Sie lassen sich kaum einfangen, oder gar nicht.
Und nun hocken wieder zwei Welpen bei uns.
Diese Katzen werden nie zutraulich, sind mit allen Krankheiten gesegnet. Vermehren sich unkontrolliert. Bekommen nur Scheixx zu fressen. Leben lieber in Glaswolle, als auf ihrem Hof. Überleben eher selten. Werden überfahren oder an Katzenaids sterben.
Werden immer mehr und mehr. Streunen durch das Dorf. Suchen einen Ort. Stehlen sich ins Haus, fressen alles, was sie bekommen können.
Ich habe es satt, dieses Katzenelend.
Es ist ein Fass ohne Boden und heute habe ich begriffen, dass ich nicht dagegen ankommen kann.
Wer nun sagt- selber Schuld-
Hättest Du ja nicht tun müssen, hat keine Ahnung, dass sich Bauernkatzen, die nichts oder nur Abfall zu fressen bekommen, sich woanders auch um das letzte Bröckchen zu schlagen.
Bitte komm zu uns und nehm Dir dir die zwei Babies aus dem Schuppen mit und geb ihnen ein besseres Zuhause!!!
Kategorie: Geschichten
Von: Lillie

Alles reine Erziehungssache sagt meine Freundin.
Alles reine Erziehungssache, sage ich.
Nach all den Jahren, wo sie bei uns wohnt, sollte sie es so langsam wissen, dass Katzen nicht unbedingt zu erziehen sind.
„Pfui“ oder „runter vom Sofa“ oder gar ein lautes und bestimmtes „NEIN“ lässt mich nur ein Gähnen und einen schnippischen Blick hervorbringen.
Da steht im Raum, wer hier das sagen hat.
WIR.
Wer sonst?!
Da sind die Menschen weitgehend Beratungsresistent.
Sie wird es nicht müde und lässt sich alles Mögliche einfallen, um mich und die anderen auszutricksen.
Ich halte es eher mit der subtileren Methode des operanten Konditionierens.
Gewünschtes Verhalten durch Katzentricks. Das ist wahre Erziehung.
Katzenhaare im Bett das ist nicht nett, sagt sie und scheucht mich von ihrem Kopfkissen.
Aber, wenn ich mich (ich höre ihre schweren Schritte die Holztreppe hochkommen) dann elegant und schmuck schlafend stelle oder gar noch meinen „Ich bin sooooooooooooooooooo müde Blick“ aufsetzte. Wer würde so eine lieblich guckende Katze von ihrem Platz verjagen?
Am Morgen zieht die Katzenkarawane Richtung Frischluft hinaus in den Garten.
Mein persönlicher Türwächter öffnet die Türe und schließt sie wieder.
Trinkgeld gibt es nicht. Warum auch? Ein Blick“ Das kann auch etwas flotter gehen“ reicht vollkommen aus!
Die Tür ist zu. Ich gucke Sekundenschnell einmal in die Runde, warte das ploppende Geräusch ab, wenn ihr Allerwertester sich gerade auf den Stuhl niederlassen will, ab.
„MIIIIIIIIIIAUUUUUUUUUUUUUUUUUUUU“
Der Hintern hatte nur Gelegenheit das Stuhlkissen zu sehen und macht sich erneut auf, die Türe zu öffnen.
Mittlerweile sitzt der Fritz genau auf dem Zeitungsartikel, der gerade gelesen wird und verlangt Wortlos einen Spritzer Sprühsahne.
Unterdessen scharrt der Floh an der Gäste WC Tür und verlangt Einlass.
Wer denkt, meine Freundin verliert den Überblick. Weit gefehlt. Aber wir arbeiten daran.
Draußen vor dem Küchenfenster sitzen die schwarzen Bauernkatzen und gucken dumm und hungrig durch das Fenster.
Ich kichere leise in mich hinein.
Der Kaffee kalt, die Zeitung voll von Tannennadeln.
Diese Art von morgendlicher Hektik kann ich ja gar nicht vertragen.
Ich schleiche die Treppe hoch.
Kommt sie mit einem Teller, bekomme ich Frühstück.
Guckt sie so seltsam, hat sie irgendwo die Schilddrüsentablette versteckt.
Das sehe ich Handlungsbedarf innerhalb von Sekundenbruchteilen und verschwinde unterm Bett.
Letze Woche habe ich dann aufgegeben, nur um ihr mal zu zeigen, dass Katz unters Bett passt, aber Mensch nicht.
Ich flüchte die Treppe hinunter, wäre gar nicht nötig gewesen, weil sie sich ihr Bein unterm Bett verklemmt hatte und sowieso nicht hinter mir her rennen konnte.
Ein Lerneffekt ist, dass sie nicht mehr versucht unters Bett zu klettern.
Alleine der Finni, der tut ihr ab und an mal die Liebe. Er macht „Sitz“ und bekommt ein Leckerchen und sie lächelt (was ja auch ein Leckerchen für sie ist)
Nun versucht sie ihm beizubringen, wie Katz sich auf dem Boden rollt.
Aus der Ferne schau ich zu.
Wenn sie das gut gemacht hat gehe ich an ihr vorbei und nicke anerkennend.
Wir Katzen, wir sind die wahren Meister der Menschenerziehung.




Frühling liegt in der Luft. Schnell werden die letzten Gülle Tröpfchen auf die Felder verteilt und die Osterfeuerrauchschwaden sind verschwunden.
Die Uhr ist umgestellt. Etwas was ich nie begreifen werde. Aber was ist schon Zeit für eine Katze?
Katzen haben Zeit und sind zugleich zeitlos.
Das Wetter ist für meinen Geschmack zu nass und der See ist randvoll.
Wenn der eine Nießattacke bekommt, dann schlügen hohe Wellen übers Ufer und ich bekäme nasse Pfoten. Nein Danke!
Im Moment fühle ich mich faul und Winterschläfrig.
Gut, dass mir mein Patenonkel das ausrangierte Oma Sofa unter meinen faulen Hintern geschoben hat.
Was ich nicht mag, ist wenn sich jemand der anderen erdreistet, am anderen Ende Platz zu nehmen.
Den guck ich weg.
Ich habe Ausdauer, immer schon gehabt. Und einen Sauerländer Dickkopf. Immer schon gehabt.
Ich mache nur, das was mir gefällt, weil ich eine Katze bin.
Erziehung ist bei mir vergebene Liebesmüh. Ich heiße ja nicht Finni, der Verfressene. Ein Hund im Körper eines fetten Katers.
Neuerdings werde ich am Morgen und am Abend mit kleinen rosa Tabletten belästigt.
Ich habe genickt und mich wegedreht und meiner Freundin zu verstehen gegeben, dass sie die selber schlucken kann.
Warum müssen Menschen immer ihren Willen durchsetzen wollen, wenn sie genau wissen, dass es vollkommen sinnlos ist?
Beißen kann ich sie ja nicht mehr, so ohne Zähne ist das ein sinnloses Quetschen.
Lange Rede kurzes Spucken. Tablette liegt auf dem Sofa.
Dakapo.
kurzes Spucken. Tablette liegt auf dem Sofa.
kurzes Spucken. Tablette liegt auf dem Sofa.
kurzes Spucken. Tablette liegt auf dem Sofa.
kurzes Spucken. Tablette liegt auf dem Sofa.
kurzes Spucken. Tablette liegt auf dem Sofa.
kurzes Spucken. Tablette liegt auf dem Sofa.
kurzes Spucken. Tablette liegt auf dem Sofa.
Ich weiß nicht, warum meine Freundin ihre Contenance verliert?
kurzes Spucken. Tablette liegt auf dem Sofa.
Sie schreit- Ich gucke.
Es guckt mein allerbester Zweipfotiger um die Ecke und meint, dass er das mal übernimmt.
ICH FRESSE KEINE SCHILDKRÖTEN und gucke lieb.
Die Ruhe vor dem Sturm.
Säusel..säusel… liebe Lillie…
Was soll ich sagen?
kurzes Spucken. Tablette liegt auf dem Sofa.
kurzes Spucken. Tablette liegt auf dem Sofa.
kurzes Spucken. Tablette liegt auf dem Sofa.
kurzes Spucken. Tablette liegt auf dem Sofa.
Irgendwann tu ich ihm den Gefallen….
Sehe ich Schweißperlen auf der Stirn?
Er geht die Treppe hinunter.
Ich bekomme Leckerchen.
Er sagt:“ Ich weiß was Du meinst.“
Endlich Ruhe auf meinem Sofa, bis heute Abend…
kurzes Spucken. Tablette liegt auf dem Sofa..
©Die LILLIE2016

Es ist immer das Gleiche. Schwupps, ab in den Transportkorb und ab dafür.
Bäume rasen an meinem vergitterten Blick vorbei. Ich bin kuhl. So langsam ist es Alltag.
Die Tierärztinnen rufen immer „ Lillie“ und dann gucken wir beide zur Tür.
Ein kleiner gedrungener Hund mit Fledermausohren und Dalmatiner Fell guckte spannend in meine Box.
Warum sind Katzen in der Box und Hunde nicht?
Dieser Hund konnte spannend sein Herrchen hypnotisieren. Ich hab es aufgegeben. Was ich zurückbekomme, ist ein mittleidiger Blick von oben und den Satz: „ Das ist nicht schlimm, wir wollen nur mal in deine Schnute gucken“.
Ja, das ist mir klar. In der Bibel steht: Du sollst nicht lügen!
Das letzte Mal bin ich aufgewacht und hatte im Oberkiefer keine Zähne mehr.
Eine Woche hab ich mich erholen müssen von dieser Aktion.
Meine Freundin sagt, dass ich eine ewige Baustelle bin und sicherlich ein Pschyrembel (Medizinisches Fachbuch mit gefühlten Millionen Krankheitsbildern) nach mir benannt werden muss.
Autsch, nun hab ich Rücken. Eine Arthritis in der Wirbelsäule.
( http://www.kummerkatze.de/fachbeitrage/medizinisches-training/degenerative-gelenkserkrankungen-bei-der-katze-3864/ )
Ich weiß nicht, wovon sie reden.
Meine Freundin hat mir eine Rotlichtlampe über mein Oma Sofa gehangen und das ist fast ein bisschen wie Sommer.
Meine Freundin sagt, dass wir so langsam „Eins“ sind. Zwillinge im Geiste und in den Knochen.
Wenn die ersten warmen Sonnenstrahlen auf meinen Tisch draußen auf die Terrasse scheinen, dann werde ich hinausgehen.
Ich werde die Vögel begrüßen und die Knospen an den Bäumen beobachten.
Das werde ich tun…
Der Fledermaushund mit der verbeulten Nase hieß übrigens Lillyfee.
Meine Erkenntnis: Jeder Tag hat seine schönen Augenblicke. Genießen wir sie ♥









Katzen begleiten mich schon seit über 40 Jahren.
Meine erste Katze schenkte mir eine Freundin: Schau mal, ich habe dir eine Katze vom Bauernhof mitgebracht.
Ich sah einen schwarzen Strich an mir vorbeiflitzen und dann nichts mehr. Dass ich jetzt eine Katze
besaß merkte ich nur daran, dass morgens der Fressnapf leer war.
Ich hatte mir angewöhnt abends allein im Esszimmer zu sitzen und leise mit den Wänden zu reden. Nach
einer Woche guckte ein schwarzer Kopf unter dem Schrank hervor und hörte mir zu, am nächsten Abend saß die Katze in meiner Nähe und am 3. Tag kam sie und setzte sich
auf meinen Schoß, ich hätte heulen können vor Glück.
Nachdem wir festgestellt hatten, dass es ein Kater war , nannten wir ihn Kasimir. Er folgte mir fortan wie ein Schatten.

Einige Zeit später bekam die Katze des Nachbarn ein Junges, was nicht gesund war
und da die Nachbarn es nicht haben wollten adoptierten wir es.
Was heißt wir - Kasimir
war wie eine Mutter zu der Kleinen, schlief mit ihr im Körbchen, putzte sie, trug sie herum, passte auf sie auf.
Wir nannten sie Jeany. Kasimir und Jeany lebten einige Jahre bei uns,
bis Kasimir eines Tages, während ich arbeitete, verschwand. Mir wurde berichtet er sei
überfahren worden, aber wir fanden ihn nicht. Ich war untröstlich. Jeany war zu dem
Zeitpunkt schon sehr krank. Irgendwann konnten wir ihr nicht mehr helfen und sie musste
eingeschläfert werden.
Wir waren so traurig und ich schwor mir: nie wieder eine Katze.

Aber es kam anders.
Eines Abends, wir wollten gerade zum Kegeln, hörte ich Lärm vor der Haustür.
Als ich öffnete, stand eine schwarze, hochbeinige und wie man auf den ersten
Blick sah, schwangere Katze vor mir. Sie miaute und miaute, bis ich sie schließlich
hereinließ und ihr etwas zu fressen gab.
Sie war nicht zu bewegen wieder nach draußen zu gehen. Also machte ich ihr ein Körbchen zurecht, in das sie sich hineinkuschelte und
ich dachte schauen wir morgen weiter. Wir gingen dann zum Kegeln.
Als wir nach Hause kamen war natürlich mein erster Gang zum Körbchen - keine Katze da.
Wir suchten, und fanden sie im Schlafzimmer. Sie lag in unserem Bett und hatte dort 5 Junge zur Welt gebracht.
Die Katze gehörte natürlich niemandem, keiner kannte sie.
Cleopatra, kurz Cleo genannt war keine gute Mutter, sondern eine Streunerin. Ständig musste ich sie irgendwo suchen (vielleicht suchte sie auch ihr früheres Zuhause) damit die Kleinen trinken konnten.
Eines Tages war sie nicht mehr aufzufinden. Unsere Kleinen bekamen nun die
Flasche und nahmen auch schon Brei. Jetzt hatten wir 2 Kuhkätzchen , "Max und Moritz",
"Kimba" , einen schwarzen Kater mit einem weißen Fleck am Mäulchen ,
so dass es immer aussah als hätte er gerade Sahne geschleckt ; einen grauen Schönen , den wir dann auch Beauty nannten und die Schwächste im Wurf war Micky , ein schwarzes Kätzchen mit einem weißen Strich auf der Nase.
Die 5 entwickelten sich prächtig, meine Gardinen weniger. Die Bande hatte nur Unsinn im Kopf und da ich morgens in der Schule war, hatten sie freie Bahn.
Aber es war eine schöne Zeit. Irgendwann als sie 3-4 Monate alt waren bekamen sie ein neues Zuhause, nur Micky blieb bei uns.
Sie war eine Kinderkatze, folgte ihnen überall hin wie ein Hund, ließ sich im Kinderwagen spazieren fahren, fuhr im Waggon
der großen Eisenbahn mit und ließ sich von nichts und niemanden aus der Ruhe bringen.

Nach einem Jahr bekam Micky, die wie alle unsere Katzen Freigänger war ,4 Babies.
Um ihren Korb herum standen andächtig mein Sohn und alle Nachbarskinder. Nachdem Micky ihre Jungen aufgepäppelt hatte, verließen 2 unser Haus. Die anderen beiden,
2 getigerte Kater blieben bei uns. Toby und Rocky begleiteten meinen Sohn immer ein Stück zum Kindergarten und kamen dann zurück.
Eines Tages kamen sie und krümmten sich vor Schmerzen. Der Tierarzt ( er meinte einige "Tierfreunde" hätten Gift ausgelegt )
konnte sie nicht mehr retten. Wut und Trauer wechselten ab. Jetzt war Micky wieder allein, aber nicht für lange.
Der Kartäuser einer Bekannten, die in der Nachbarschaft
wohnte , hatte es sich in den Kopf gesetzt bei uns einzuziehen. Nachdem Timmy's Frauchen ihn wochenlang immer wieder abholte, gab sie es irgendwann auf.
Jetzt hatten wir neben einer Katze auch wieder einen Kater.
Micky war nicht begeistert ,aber Timmy interessierte das gar nicht und irgendwann vertrugen sie sich. Timmy wurde nur 10 Jahre
alt. Eines Tages brach bei ihm das Katzenaids aus und er litt so sehr , daß wir ihn gehen ließen.
Jenny blieb noch lange bei uns , sie wurde fast 16 Jahre alt. Meinem Sohn brach fast das Herz als sie starb, er war ja mit ihr aufgewachsen. Mein Herz war auch schwer,
ich war so traurig und für kein anderes Tier zu begeistern, ich wollte keins mehr.
Mein Sohn konnte es nicht mitansehen wie bedrückt ich im Haus herumlief. Er machte sich auf ins Tierheim und kam mit einer kleinen schwarzen Katze zurück . Wer konnte da schon widerstehen. Jenny freundete sich mit Trixi, der Nachbarskatze an. Jeden Morgen stand Trixi vor der Tür und die beiden gingen auf Entdeckungstour.
Diese Freundschaft hat ein Leben lang gehalten und als mal wieder eine Katze bei uns Einlass verlangte waren die beiden nicht begeistert.
Trotzdem durfte " Fritzi" bleiben. Nach langer Zeit konnten wir den Besitzer ermitteln und er nahm sie wieder zu sich.
Jenny hatte ihr Haus und ihre Dosenöffner fest im Griff. Sie wurde älter und älter und verbrachte inzwischen viele Stunden mit Schlafen und Schmusen.
An einem Tag im November brachten mir Kinder eine halbverhungerte Katze, die wohl ausgesetzt worden war. Ich gab ihr zu fressen, aber Jenny war außer sich.
Also bekam die Katze im Schuppen ein warmes Plätzchen. Aber nach ein paar Minuten stand sie schon wieder in der Küche, sie hatte
das Katzenloch entdeckt.
Die Katze war ein Kater, den wir Paul nannten. Paul wollte so gerne bleiben und schnurrte uns an, dass man es noch 2 Straßen weiter hören konnte.
Er schlich sich sehr schnell in unsere Herzen .Jenny liebte ihn nicht, duldete ihn aber schließlich und ging ihm aus dem Weg. Paul war neben Kasimir wohl der liebenswürdigste
Kater den wir je hatten. Er ist allein zurückgeblieben, nachdem Jenny vor einigen Jahren an Herzschwäche starb. Er und sein Freund Moritz sitzen gerne zusammen im Garten
und beobachten die Vögel.
Paul kommt jetzt auch schon in die Jahre, genau wie ich.
Was mache ich nur wenn er mal nicht mehr da ist?
©Paul2015
Kategorie: Geschichten
Von: Lillie

Es waren viele, die mich auf meinem Weg begleitet haben.
Kater Moritz war der Erste, der 1988 zu mir zog. In der Zeit musste Mensch die Futterdosen noch mit dem Dosenöffner aufmachen und zum ersten Mal begegneten mir Flöhe.
Moritz war ein Wegwerfkater, der mir in die Hände gedrückt wurde, weil sie ihn sonst vor die Wand geworfen hätten.
So stand ich damals ohne Ahnung und mit einem kratzbürstigen kleinen Tigerkater in meiner Wohnung und hatte nicht den blassesten Schimmer, was da auf mich zu kommen sollte.
Hätte ich mehr Ahnung gehabt, wäre er sicher nicht so lange allein geblieben und nicht das Dasein einer Hauskatze gefristet.
Zum Dank biss er mir regelmäßig die Telefonschnüre durch und fiel mich nachts im Schlaf an.
Als ich umzog, holte ich eine kleine Katze aus dem Tierheim, weil ich ahnte, dass das nicht verkehrt sein konnte. Einer allein langweilt sich eben.
Ich nannte das kleine Wesen Elisabeth und von Stund an waren beide ein Herz und eine Seele. Ich war froh, diesen Schritt getan zu haben und nun nahmen beide in meiner Abwesenheit die Wohnung auseinander, öffneten Türen und Küchenschränke.
Ich glaube, dass sie sich wohl fühlten, obwohl sie nicht hinausgehen konnten.
Moritz wurde ruhiger und wir zogen wieder um.
Als Lothar in mein Leben trat, ließ er auch die Katzen hinaus. Mein Vermieter rief regelmäßig an, dass ich Elisabeth aus seinem Bett holen sollte.
Zu der Zeit stieß das Käthchen zu uns. Sie gehörte dem Nachbarn, der sie nicht versorgte, und so stahl sie die Würstchen vom Grill; freundete sich mit den anderen Beiden an, mogelte sich aus der Waschküche in den Flur und aufs Sofa und in unsere Herzen.
Lillie erinnert mich heute an Käthchen, eine Seele von Katze, mit einem Herz eines Tigers.
Diesmal zogen wir alle gemeinsam um, in ein Haus mit großem Garten, wo wir heute noch wohnen.
Eines Tages brachte der Lothar den Tango von einer Baustetelle mit, eine zauberhafte kleine Katze, die einer Wildkatze sehr ähnlich sah.
Nun waren wir zwei Menschen und vier Katzen.
Das Zusammenleben gestaltete sich manchmal schwierig, aber sie konnten sich gut aus dem Wege gehen.
Moritz wurde 15 Jahre alt und die Trauer war groß. Wir haben ihn im Garten begraben und es brannte Monatelang eine Kerze auf seinem Grab.
Ende Juli ist immer Schützenfest und auf einmal stand ein kleiner schmutziger Kater vor der Türe, den wir Willie nannten.
Willie, so stellte sich heraus, war an Leukose erkrankt und wir trugen ihn ein Jahr lang zur Tierärztin, die uns dann mitteilte, dass er durch die preisintensive Behandlung wieder gesundet war. Als wir Willie erklärten, dass er nun kastriert werden sollte, ging er noch einmal durch das Haus, stupste alle Katzen an und ward nie wieder gesehen.
Seit dem vermeiden wir das Wort „Kastrieren“ und sprechen es nicht mehr aus, weil Katzen alles verstehen.
Wir jammerten sehr und suchten, aber er kam nie wieder. Heute sehe ich Bauernkatzen von nebenan, die seine Gene in sich tragen und ich bin mir sicher, dass er gesund und froh seiner Wege gegangen ist.
Irgendwann bei der Tierärztin schaute ich in Augen, in die ich mich sofort verliebte. Ein winzig kleiner rotweißer Kater, mit entzündeten Augen guckte mir in mein Herz und ich rief zu Hause an und erklärte, dass ich mich verliebt hatte.
Wir nannten ihn Bruno, der die ganzen Jahre im Frühling auf dem Dach hockte und versuchte die Schwalben abzupassen, die er natürlich nie erwischte.
Ich nannte ihn „mein Krötchen“, weil er leicht herausquellende Bernsteinaugen hatte.
Bruno war ein herzensguter Kater.
Bruno war der liebenswerte Chef der Katzenbande und sechs Katzen zu haben war für uns immer einhundert Prozent.
Zu meinem Geburtstag vor zehn Jahren schenkte die Nachbarschaft mir eine kleine rote Katze, die ich Fienchen nannte.
Rote Katzen sind selten und eine, die kein Katzenfutter mochte, sicher noch viel seltener. Wir zogen sie mit Altete groß und ich lernte die Angst kennen, dass eine Katze überfahren auf der Strasse liegen könnte. Ich war am Boden zerstört und heulte mir die Augen aus, dass ich mein geliebtes Fienchen verloren hatte.
Wir begruben sie neben Moritz im Garten.
Seit dem begeleitete uns die Angst und wir waren immer froh, wenn alle heile am Abend zu Hause waren.
Zwei Monate später, ganz leise an einem Feiertag fand Lothar die Tango überfahren auf der Strasse. Ich durfte sie nicht mehr sehen. Wir begruben sie neben Moritz und Fienchen. Ich kaufte ein rotes Glasherz, was seit vielen Jahren immer noch dort liegt.
Zwei Tage, nachdem wir die Tango beerdigt hatten, konnte ich die Trauer in den Augen nicht mehr sehen und ich rief die Tierärztin an, ob sie zufälligerweise eine kleine Katze für uns habe.
Ich fuhr hin und bekam eine kleine wackelige Kuhkatze in die Hand gedrückt, die angeblich sechs Wochen alt sein sollte, aber da sie kaum laufen konnte, tippte ich auf zwei Wochen. Sie hieß Emily und sollte auf dem Bauernhof der TA Gehilfin groß werden, aber der Hund vertrug sich nicht mit Katzen.
Ich nahm den Wurm mit nach Hause mit der Unahnung des Großziehens von Minibabykatzen.
Sie bekam Fläschchen und tapste hinter den Mensche her, wenn sie gefüttert werden wollte und forderte ihr Fressen lauthals ein und der Bruno nahm sie unter seine Pfoten und kümmerte sich um sie.
Wir nannten sie Lillie.
Zu der Zeit wohnten Elisabeth, Kätchen, Bruno und Lillie bei uns.
Die Damen gingen ihrer Wege, stromerten im Garten herum und genossen das Leben.
Lillie wuchs heran und ich bekam von meiner Schwester einen Blog geschenkt, worauf hin ich anfing, Geschichten aus der Sicht von Lillie zu schreiben.
Lillie war immer wachsam und entpuppte sich als Hausmeisterin der Familie.
Das Käthchen war ihr Leben lang Autoimmunkrank und bekam Medikamente. Bei uns lebte sie zufrieden, bewachte das Grundstück und lutschte so manche Maus tot.
Sie wurde trotz ihrer Erkrankung zehn glückliche Katzenjahre alt und wir waren froh, diese Herzensgute Katze so lange bei uns haben zu dürfen.
Scheinbar sind Kuhkatzen an sich immer etwas kränklich und wir verbrachten viel Zeit bei unserer Tierärztin.
Immer waren irgendwelche armen Seelen in den Boxen, die auf ein neues Zuhause warteten.
Bei einem Besuch lernten wir den kleinen Max kenne, ein schwarz weißer Kater, der eine weiße Maske um die Schnute hatte und ein Smoking Fell trug.
Menschen hatten ihn abgegeben, weil er einen gebrochenen Hinterlauf hatte, da er vom Pferd getreten war. Er sollte eingeschläfert werden, aber die TAs operierten ihn mit Erfolg und suchten ein neues Zuhause.
Aber wer schon vier Katzen hat, hat eigentlich schon mehr als reichlich fanden wir.
Mein Mann ging zu den Boxen ins Nebenzimmer und guckte dem Fritz in die Augen.
Was bin ich froh, dass er nicht locker gelassen hatte. Wir gingen mit beiden Jungs nach Hause.
Der Fritz hatte bis dahin noch keinen Namen und sollte ins Tierheim, sobald er sich von seiner Operation erholt hatte. Man hatte den Fritz in einer Tierklinik abgegeben, weil er einen Autounfall hatte. Sie amputierten ihm seinen Schwanz, weil ihnen nichts Besseres einfiel und wollten ihn einschläfern, weil ein gebrochener Oberschenkel zu teuer war, für ein Tier, was sowieso ins Tierheim kommen sollte.
Unsere Tierärztin operierte ihn.
Heute ist er der bezaubernste Kater der Welt mit keinem Defizit. Trotz seinem Schwanzstumpfes und seinem verkürztem Hinterbein ist er der weltbeste Baumkletterer, den ich kenne.
Als wir Max und Fritz zu Hause aus der Box ließen, waren sie fortan die besten Freunde und fast unzertrennlich.
Der Max machte nur Unsinn, tobte durch den Garten, war ein großer Jäger. Nachbarn beobachteten ihn einmal, wie er versuchte ein totes Eichhörnchen, das so groß war wie er selber, über die Strasse zu ziehen und nach Hause zu bringen.
Ein anderes Mal sah er aus wie Jaba Bings aus Star Wars, weil er eine Kröte im Maul hatte und die Hinterbeine aus seiner Schnute guckte wie ein Schnauzbart.
Max wurde eines Abends vor unserer Haustüre überfahren und Fritz suchte seinen Freund wochenlang, lag auf seinem Grab und wir trauerten.
Fritz fraß nicht und wir machten uns Sorgen, weil er so überaus untröstlich war.
Mir kann heute niemand mehr weismachen, dass Tiere nicht trauern können.
Uns brach das Herz, ihn so leiden zu sehen.
So trat der Findus in unser Leben, der bei der Tierärztin ein Rabauke sonder Gleichen war und nur Unsinn im Sinn hatte.
Bei uns zu Hause angekommen, lebte er zwei Wochen verschreckt unterm Sofa im Wohnzimmer und kam nur in der Nacht hinaus.
Heute ist er der selbstbewussteste Kater der Welt und der Intelligenteste im Katzenteam.
Meine Hoffnung, dass Fritz und Finni beste Freunde wurden, ging leider nicht in Erfüllung, und so blieb der Fritz fortan Einzelgänger.
Im Herbst Zweittausendacht mussten wir und auch von Elisabeth, die fünfzehn Jahre alt wurde verabschieden. Sie hatte zuletzt einen blutenden Lungentumor entwickelt, spuckte Blut und wir verabschiedeten uns von ihr mit der Tierärztin auf unserem Sofa zu Hause mit einem Lächeln.
Im Frühling Zweitausendneun bevölkerten kleine Bauernkatzen die Umgebung.
Ein kleiner schmuddeliger Kater fühlte sich zu uns hingezogen und nutzte jede Gelegenheit ins Haus zu gelangen und mit dem Katzenspielzeug zu spielen. Er freundete sich mit dem Finni an und als ich sah, wie er im Stall in den Kuhmisten spielte, sagte ich der Bäuerin, dass wenn er noch einmal zu uns kommen sollte, er bei uns wohnen würde. Da sie nichts dagegen hatte, nannten wir ihn Mikka und er wurde der beste Kumpel vom Finni.
Ich erinnere mich, wie stolz er guckte, als ich ihm ein rotes Babykatzenhalsband der Lillie umband und ihm sagte, dass er nun bei uns zu Hause wäre.
Alle Streiche und Erinnerungen habe ich in Lillies Blog verewigt.
Nun wohnten Bruno, Fritz, Finni, Mikka und Lillie bei uns.
Mikka war ein Schmusekater und saß jeden Abend schurrend auf meinem Schoß.
Im Juni zweitausendzehn lag Mikka überfahren auf der Strasse und wir beerdigten ihn unten im Garten bei den Anderen.
Finni erging es so wie dem Fritz, er suchte seinen Mikka tagelang und bewachte sein Grab und trauerte sehr.
Wir gingen ins Soester Tierheim, in der Hoffnung einen Freund für den Finni zu finden, aber haben von der Idee dann gelassen. Weil einen richtigen Freund zu finden, ist wie ein Lottogewinn und so eine gefundene Freundschaft würde sich nie wiederholen.
Irgendwie hat sich die Katzengruppe immer wieder neu formatiert und die Strukturen haben sich immer wieder aufs Neue geändert.
Sie lebten mehr oder weniger friedlich zusammen, schlugen und vertrugen sich.
Lillie war immer eine Einzelkatze unter Vielen. Bruno sorgte sich immer um alle.
Fritz und Finni gingen ihrer Wege.
Im September Zweitausendneu übernahmen wir einen kleinen seltsamen Kater, der einzig Überlebende eines Wurfes, von Mutterlosen Kätzchen. Wir erklärten uns bereit, obwohl ich eigentlich keine aufzupäppelnde Babykatze mehr haben wollte.
Die Tierarzthelferin durfte ihn nicht behalten und so zog Matthes bei uns ein.
Ein klitzekleiner schwarz- weißer Minikater mit einem großen Selbstbewusstsein.
Er war schon zwölf Wochen alt, war aber so winzig, wie die Lillie damals, als wir sie bekamen.
Matthes war in allem zurückgeblieben und verlangte noch mit drei Monaten seine Pulle.
Der Matthes war der seltsamste und stressigste Geselle, den wir je hatten.
Als er alt genug war, hatte ich immer das Gefühl, dass er nicht richtig im Kopf war.
Obwohl der Lothar immer behauptete, er sei schlauer als alle anderen zusammen.
Heute denke ich auch, dass er eine leichte Ataxie hatte.
So einen kleinen sturköpfigen Kerl hatte ich noch nie gesehen.
Irgendwann durfte er wie die anderen auch hinaus. Das ging solange gut, bis er nicht mehr nach Hause kam und ganze drei Monate verschwunden war.
Wir kamen um vor Sorge und gaben die Hoffnung nie auf. Lernten die seltsamsten
Menschen kennen und die abenteuerlichsten Lebensgeschichten kennen.
Wir suchten an den unmöglichsten Orten zu den unmöglichsten Tages- und Nachtzeiten nach ihm.
Eines Nachmittags rief der Greenkeeper vom benachbarten Golfplatz an und so fanden wir unseren Matthes wieder. Als er seine Gehirnhautentzündung überwunden hatte, machte er sich fortan unbeirrt auf dem Weg zum Golfplatz, wo wir ihn über ein Jahr lang jeden Tag abholten. Matthes war der Golfplatzkater an Loch fünf und wir gingen noch nie so viel spazieren bei Wind und Wetter wie zu der Zeit.
Im Jahr zweitausendzehn, im Juni sahen wir ihn ein letztes Mal und er blieb verschwunden. Der Lothar ist fest der Meinung, dass die Holländer ihn entführt haben. Was ich denke, das verschweige ich lieber.
Im gleichen Jahr mussten wir uns auch vom Bruno verabschieden. Das Katzenaids, was er wahrscheinlich als Baby von seiner Mutter erbte, war ausgebrochen und wir konnten in nur erlösen.
Wenn ich im Frühling auf das Hausdach gucke, sehe ich ihn dort sitzen und auf die Vögel gucken, die ihn beschimpfen.
So lebten Lillie, Fritz, Finni bei uns und drei Katzen waren wohl zu wenig.
Der Finni trauerte immer noch und wir auch über alle die wir verloren hatten.
So trat die Nikki in unser Leben. Eine alte Dame inspizierte unser Heim und befand es für gut, weil sie Nikki nicht behalten durfte.
Nikki entschwand dem Transportkorb und wohnte drei Monate im Notschrank in der Schlafzimmerecke und kam nur in der Nacht hinaus. Sie misstraute allem und jedem. Ich war nah dran aufzugeben, weil sie unnahbar und uns gegenüber sehr scheu war.
Bis dahin wussten wir nicht, dass es eine kleine Katze war, bis sie eines Tages rollig wurde und sie alles zusammenschrie und anbaltzte.
Der Finni, der wie alle unserer Katzen kastriert ist, erbarmte sich ihrer, biss ihr instinktiv geübt in den Nacken und seit dem liebt die Nikki den Finni.
Die Nikki ist eine halbe Wildkatze, immer auf dem Sprung, unberechenbar und obwohl sehr schmusig, doch immer mit Vorsicht zu genießen.
Als wir sie nach der Kastration hinaus ließen, dachte ich, dass sie nie wieder käme. Aber auch wenn sie besonders im Sommer ein paar Tage weg ist, kommt sie immer wieder und heute kann ich sagen, dass sie endlich hier bei uns angekommen ist.
Nachdem wir den Bruno verloren hatten, bat ich die Tierärztin mir Bescheid zu sagen, wenn ihr mal ein roter Kater über den Weg laufen sollte. Und so kam es, dass der Titus unsere Katzenbande im Jahre 2011 verstärkte. Ein kleiner roter Welpe, ausgesetzt mit seinen Geschwistern vor der Praxistüre.
Endlich eine Aufgabe für den Finni, der ihn erzogen hat.
Der Titus, der Feurige, ein liebenswerter kleiner Kerl, der heute so manches Mal auf dem Dach sitzt und die Vögel beobachtet, genau wie der Bruno es tat.
Heute wohnen Lillie, Fritz, Nikki, Finni und der Titus bei uns.
Außerdem bevölkern fünf Bauernkatzen unseren Hauseingang, aber das ist eine andere Geschichte.
Die Erinnerungen verblassen, das Leben geht weiter. Der eine kommt, der andere geht und das liegt nicht in unserer Pfote. Unsere Katzen haben ein gutes Zuhause.
Vier unserer Katzen sind leider überfahren worden, aber ein Leben im Haus ohne Freigang ist für uns nur ein halbes Katzenleben.
In Memoriam:
Moritz, Elisabeth, Fienchen, Käthchen, Max, Mikka, Bruno, Tango, Stromi und die Verschollenen Willie und Matthes
©2014 DIE LILLIE