Katzen begleiten mich schon seit über 40 Jahren.
Meine erste Katze schenkte mir eine Freundin: Schau mal, ich habe dir eine Katze vom Bauernhof mitgebracht.
Ich sah einen schwarzen Strich an mir vorbeiflitzen und dann nichts mehr. Dass ich jetzt eine Katze
besaß merkte ich nur daran, dass morgens der Fressnapf leer war.
Ich hatte mir angewöhnt abends allein im Esszimmer zu sitzen und leise mit den Wänden zu reden. Nach
einer Woche guckte ein schwarzer Kopf unter dem Schrank hervor und hörte mir zu, am nächsten Abend saß die Katze in meiner Nähe und am 3. Tag kam sie und setzte sich
auf meinen Schoß, ich hätte heulen können vor Glück.
Nachdem wir festgestellt hatten, dass es ein Kater war , nannten wir ihn Kasimir. Er folgte mir fortan wie ein Schatten.

Einige Zeit später bekam die Katze des Nachbarn ein Junges, was nicht gesund war
und da die Nachbarn es nicht haben wollten adoptierten wir es.
Was heißt wir - Kasimir
war wie eine Mutter zu der Kleinen, schlief mit ihr im Körbchen, putzte sie, trug sie herum, passte auf sie auf.
Wir nannten sie Jeany. Kasimir und Jeany lebten einige Jahre bei uns,
bis Kasimir eines Tages, während ich arbeitete, verschwand. Mir wurde berichtet er sei
überfahren worden, aber wir fanden ihn nicht. Ich war untröstlich. Jeany war zu dem
Zeitpunkt schon sehr krank. Irgendwann konnten wir ihr nicht mehr helfen und sie musste
eingeschläfert werden.
Wir waren so traurig und ich schwor mir: nie wieder eine Katze.

Aber es kam anders.
Eines Abends, wir wollten gerade zum Kegeln, hörte ich Lärm vor der Haustür.
Als ich öffnete, stand eine schwarze, hochbeinige und wie man auf den ersten
Blick sah, schwangere Katze vor mir. Sie miaute und miaute, bis ich sie schließlich
hereinließ und ihr etwas zu fressen gab.
Sie war nicht zu bewegen wieder nach draußen zu gehen. Also machte ich ihr ein Körbchen zurecht, in das sie sich hineinkuschelte und
ich dachte schauen wir morgen weiter. Wir gingen dann zum Kegeln.
Als wir nach Hause kamen war natürlich mein erster Gang zum Körbchen - keine Katze da.
Wir suchten, und fanden sie im Schlafzimmer. Sie lag in unserem Bett und hatte dort 5 Junge zur Welt gebracht.
Die Katze gehörte natürlich niemandem, keiner kannte sie.
Cleopatra, kurz Cleo genannt war keine gute Mutter, sondern eine Streunerin. Ständig musste ich sie irgendwo suchen (vielleicht suchte sie auch ihr früheres Zuhause) damit die Kleinen trinken konnten.
Eines Tages war sie nicht mehr aufzufinden. Unsere Kleinen bekamen nun die
Flasche und nahmen auch schon Brei. Jetzt hatten wir 2 Kuhkätzchen , "Max und Moritz",
"Kimba" , einen schwarzen Kater mit einem weißen Fleck am Mäulchen ,
so dass es immer aussah als hätte er gerade Sahne geschleckt ; einen grauen Schönen , den wir dann auch Beauty nannten und die Schwächste im Wurf war Micky , ein schwarzes Kätzchen mit einem weißen Strich auf der Nase.
Die 5 entwickelten sich prächtig, meine Gardinen weniger. Die Bande hatte nur Unsinn im Kopf und da ich morgens in der Schule war, hatten sie freie Bahn.
Aber es war eine schöne Zeit. Irgendwann als sie 3-4 Monate alt waren bekamen sie ein neues Zuhause, nur Micky blieb bei uns.
Sie war eine Kinderkatze, folgte ihnen überall hin wie ein Hund, ließ sich im Kinderwagen spazieren fahren, fuhr im Waggon
der großen Eisenbahn mit und ließ sich von nichts und niemanden aus der Ruhe bringen.

Nach einem Jahr bekam Micky, die wie alle unsere Katzen Freigänger war ,4 Babies.
Um ihren Korb herum standen andächtig mein Sohn und alle Nachbarskinder. Nachdem Micky ihre Jungen aufgepäppelt hatte, verließen 2 unser Haus. Die anderen beiden,
2 getigerte Kater blieben bei uns. Toby und Rocky begleiteten meinen Sohn immer ein Stück zum Kindergarten und kamen dann zurück.
Eines Tages kamen sie und krümmten sich vor Schmerzen. Der Tierarzt ( er meinte einige "Tierfreunde" hätten Gift ausgelegt )
konnte sie nicht mehr retten. Wut und Trauer wechselten ab. Jetzt war Micky wieder allein, aber nicht für lange.
Der Kartäuser einer Bekannten, die in der Nachbarschaft
wohnte , hatte es sich in den Kopf gesetzt bei uns einzuziehen. Nachdem Timmy's Frauchen ihn wochenlang immer wieder abholte, gab sie es irgendwann auf.
Jetzt hatten wir neben einer Katze auch wieder einen Kater.
Micky war nicht begeistert ,aber Timmy interessierte das gar nicht und irgendwann vertrugen sie sich. Timmy wurde nur 10 Jahre
alt. Eines Tages brach bei ihm das Katzenaids aus und er litt so sehr , daß wir ihn gehen ließen.
Jenny blieb noch lange bei uns , sie wurde fast 16 Jahre alt. Meinem Sohn brach fast das Herz als sie starb, er war ja mit ihr aufgewachsen. Mein Herz war auch schwer,
ich war so traurig und für kein anderes Tier zu begeistern, ich wollte keins mehr.
Mein Sohn konnte es nicht mitansehen wie bedrückt ich im Haus herumlief. Er machte sich auf ins Tierheim und kam mit einer kleinen schwarzen Katze zurück . Wer konnte da schon widerstehen. Jenny freundete sich mit Trixi, der Nachbarskatze an. Jeden Morgen stand Trixi vor der Tür und die beiden gingen auf Entdeckungstour.
Diese Freundschaft hat ein Leben lang gehalten und als mal wieder eine Katze bei uns Einlass verlangte waren die beiden nicht begeistert.
Trotzdem durfte " Fritzi" bleiben. Nach langer Zeit konnten wir den Besitzer ermitteln und er nahm sie wieder zu sich.
Jenny hatte ihr Haus und ihre Dosenöffner fest im Griff. Sie wurde älter und älter und verbrachte inzwischen viele Stunden mit Schlafen und Schmusen.
An einem Tag im November brachten mir Kinder eine halbverhungerte Katze, die wohl ausgesetzt worden war. Ich gab ihr zu fressen, aber Jenny war außer sich.
Also bekam die Katze im Schuppen ein warmes Plätzchen. Aber nach ein paar Minuten stand sie schon wieder in der Küche, sie hatte
das Katzenloch entdeckt.
Die Katze war ein Kater, den wir Paul nannten. Paul wollte so gerne bleiben und schnurrte uns an, dass man es noch 2 Straßen weiter hören konnte.
Er schlich sich sehr schnell in unsere Herzen .Jenny liebte ihn nicht, duldete ihn aber schließlich und ging ihm aus dem Weg. Paul war neben Kasimir wohl der liebenswürdigste
Kater den wir je hatten. Er ist allein zurückgeblieben, nachdem Jenny vor einigen Jahren an Herzschwäche starb. Er und sein Freund Moritz sitzen gerne zusammen im Garten
und beobachten die Vögel.
Paul kommt jetzt auch schon in die Jahre, genau wie ich.
Was mache ich nur wenn er mal nicht mehr da ist?
©Paul2015