Elendiges Bauernkatzenunglück
Es mag sein, dass es sechs Jahre her ist.
Er saß auf der Bank am Eingang und guckte hungrig die Haustür an.
Einen Reißzahn schief im Maul. Er war geprägt von hässlichen Lebensspuren auf seinem Fell.
Er wirkte räudig und krank und hungrig.
-Gib dem armen Kerl etwas zu fressen.
Danach kam er regelmäßig und bekam ein Häppchen.
Wir nannten ihn Obi Wan, warum auch immer.
Lange Zeit kam er zu Besuch. Als wir 2011 aus dem Urlaub kamen, war er verschwunden und war nie wieder gesehen.
Wir hatten, solange wir hier auf dem Dorf wohnen immer Katzen.
Meist aus der Praxis unserer Tierärztin adoptiert.
Meist waren es sechs an der Zahl. Alle wurden kastriert, wenn sie alt genug waren. Alle waren freilaufend.
Der Matthes zog 2008 bei uns ein und ihn zog es immer zum Golfplatz, wo wir ihn jeden Tag abholten.
(Das ist eine andere Geschichte)
Wir begegneten einer zutraulichen schwarzen Katze, die mit ihren fünf Babys im Gebüsch und auf der Mauer hockte.
Immer, wenn wir unsere Golfrunde drehten, nahmen wir Futter mit für sie.
Dann im Winter waren sie alle verschwunden und wir ahnten, dass niemand überlebt hatte.
Das darauffolgende Jahr saß die Katze wieder am gleichen Ort und das Spiel ging wieder von Vorn los.
Die Kleinen waren scheu, nur die Mutter ließ sich ein Streicheln gefallen.
Sechs Babies hatte sie.
Nach einer Weile stand sie mit übriggebliebenen zwei vor unserer Tür.
Sie waren schreckhaft und scheu und versteckten sich immer Im Motorraum vom Auto.
Wir hupten immer und guckten, ob die Welpen unterm Auto waren, aber einmal geschah die Katastrophe und eins fiel tot aus dem Auto.
Schockiert und ängstlich waren wir nun selbst.
Mittlerweile hatten wir das Miezlie kastriert, weil wir Angst hatten, sie käme mit weiteren.
Der kleine Welpe wurde größer, verschwand und kam im Herbst mit zwei Welpen an.
ES war also auch eine Katze.
Eines der zwei Babies überlebte nicht. Es versteckte sich ebenfalls im Motorraum.
Es war grauenvoll.
Fiebie, die Mutter und Babie zogen bei uns in den Schuppen und überwinterten dort.
Sie sind alle wild geblieben und ließen sich kaum anpacken.
Wir haben sie beide kastrieren lassen.
Letztes Jahr saß eine kleine kränkliche Katze vor der Tür und miaute kläglich.
Natürlich bekam sie etwas zu fressen, in der Hoffnung, sie schnappen zu können.
Sie war so scheu, dass sie sich nie und nimmer einfangen lassen wollte.
Sie brachte ihre Babies mit, mit denen sie aber unverrichteter Dinge abzog und wieder nach Hause ging und auch nicht wieder auftauchte. Ab und an sehe ich sie auf dem Hof sitzen.
Letztes Jahr kamen dann Floh und Stromi, zwei Jungs, die wir kastriert haben.
Stromi ist letztes Jahr überfahren worden.
Wir waren froh, dass es keine Katzen waren, die noch mehr Kinder bei uns einquartierten.
Im Herbst letzten Jahres kam ein kleiner Kerl und legte sich in den Schuppen, wo er überwinterte.
Paul, scheu und wild. Keine Chance ihm zu nah zu kommen.
Im Frühling kam noch eine schwarze Katze, die wir einfangen konnten, bevor ihr Bauch immer dicker wurde.
Sie hätte fünf Babies bekommen.
Wir waren untröstlich, aber nach dem ganzen erlebten Elend war es nötig.
Nach ein paar Tagen standen zwei fast identische kleine schwarze Katzen vor der Türe.
Die eine kastriert und die andere nicht.
Irgendwann sahen wir sie auf dem Bauernhof gegenüber mit drei Babies herumtoben.
Seit vorgestern brachte sie zwei Babies mit zu uns, wo sie sich im Schuppen aufhalten.
Da kann jeder für sich zählen, wie viele Katzen sich zu uns rüber gemacht haben.
Sie lassen sich kaum einfangen, oder gar nicht.
Und nun hocken wieder zwei Welpen bei uns.
Diese Katzen werden nie zutraulich, sind mit allen Krankheiten gesegnet. Vermehren sich unkontrolliert. Bekommen nur Scheixx zu fressen. Leben lieber in Glaswolle, als auf ihrem Hof. Überleben eher selten. Werden überfahren oder an Katzenaids sterben.
Werden immer mehr und mehr. Streunen durch das Dorf. Suchen einen Ort. Stehlen sich ins Haus, fressen alles, was sie bekommen können.
Ich habe es satt, dieses Katzenelend.
Es ist ein Fass ohne Boden und heute habe ich begriffen, dass ich nicht dagegen ankommen kann.
Wer nun sagt- selber Schuld-
Hättest Du ja nicht tun müssen, hat keine Ahnung, dass sich Bauernkatzen, die nichts oder nur Abfall zu fressen bekommen, sich woanders auch um das letzte Bröckchen zu schlagen.
Bitte komm zu uns und nehm Dir dir die zwei Babies aus dem Schuppen mit und geb ihnen ein besseres Zuhause!!!