Ich wohne in Grönland auf einem alten Ommasofa und setze nicht eine Sekunde lang, meine Pfoten vor die Türe.
Seit ein paar Tagen ist es bitterkalt und der See ist oberflächlich zugefroren.
Die Enten und Schwäne sitzen Popo an Popo auf dem Wasser.
Ich bin entsetzt, wenn ich mir vorstelle, dass mein Hinterteil inklusive Pfoten in dem eisekalten Wasser verweilen muss.
Da bekommt beim Nachdenken sogar mein Sofa einen Eisüberzug.
Der Findus kommt ab und an auf mein Traumfloß und wir warten gemeinsam auf wärmere Tage.
Nicht, dass mein Fell nicht für diese Temperaturen geeignet wäre.
Nein, ich mag es nicht, wenn ich durch Schnee oder Eis tapsen muss.
Der Finni geht kaum hinaus. Er hat sicher Angst, dass ihn einer mit der Art von Kegelrobben verwechselt und ihn dann am Ufer von unserem Grönländer See aussetzt.
Ja ich bin ein Prinzessinnen Weichei und nicht für Grönländische Temperaturen geeignet.
Der Fritz dreht seine Runden im Turbogang.
Der Titus geht seine gewohnten Gänge und verpennt den ganzen Tag.
Unsere Nikki, die alte Klopperkatz liegt den ganzen Tag im Baum, schaut hinaus, springt vor die dünne Küchenfensterscheibe und wartet auch auf den Sommer.
Die Langeweile ist ihr förmlich ins Gesicht geschrieben.
Ab und an verkloppt sie Finni oder Fritz und ich erahne ein zufriedenes Lächeln auf ihrem Gesicht, dass sie sich wenigstens etwas körperlich betätigt hat.
Wer schläft sündigt nicht. Das ist meine Devise.
Bauernkatzen verkriechen sich im Schuppen, nur die Milla wartet am Morgen geduldig an der Hintertür.
Sie ist schlau. Sie stiert durch die Glastüre. Dass sie nicht noch ein Schild empor hält, das fehte auch noch.
Sie bekommt die Türe geöffnet und bleibt zwischen Tür und Angel sitzen.
Der Arsch gewärmt und die Nase eingefroren.
Einer der uns nicht kennt, würde bemerken, dass wir Bauernkatzenquäler sind.
Sie sitzen vor der Tür und wollen nicht in die gute Stube und ich will nicht hinaus.
Eines haben wir gemeinsam.
Wir warten auf den Frühling.